Augenblick
Weblog von Jan Hagemann
this video was recommended to me when we sat in a mountain hut and tried to hear what the other hikers are talking about and where they may come from. there were french, italians, austrians. but one group we couldn’t understand. we decided that they must have been danish.
da steht der typ ganz dreist an der eschersheimer s-bahn-station, hat seine zunfthose aufgeklappt und freut sich darüber.
bei genauerem hinschauen ergeben sich sogar nette details:
aus seiner hose schaut eine dame hervor. der handwerker wird unten mit marcus s. vorgestellt, auf seiner brust steht m. stöhr (ähnlich wie bei den simpsons: „… aus anonymitätsgründen nennen wir sie lisa s., oder nein, doch lieber l. simpson…“
jetzt hängen sie wieder in der stadt herum: die grinsenden politikerInnen, die man an den laternen aufgeknüpft hat. vielleicht haben wir sogar glück und in den nächsten wochen werden inhalte den wahlkampf bestimmen. momentan geht es ja bloß um doornkart trinkende lokalreporter mit überbiss, meuternde computernerds mit augenklappe oder die zwei argumente der vera lengsfeld.
angesicht der charismatischen spitzenkandidaten, die nicht mal ne personen-entscheidung wie damals bei stoiber, strauss, brandt zulassen, macht man sich eher gedanken darum, wie man taktisch vorgehen soll, um wahlweise eine „bürgerliche koalition“ zu unterstützen (darf sich einer, der das nicht tut, eigentlich noch als bürger dieses landes bezeichnen?), eine humanitäre intervention für die sozialdemokratie zu starten oder die grünen so stark zu machen, das später weder sie noch die anderen wissen, welche koalition sie nun wagen sollen…
es ist stadtfest in gießen. an sich nix besonderes, einige bühnen mit musikalischen darbietungen in unterschiedlicher qualität, aber jede menge geschiebe in den straßen.
der unbestritten beste platz war jedoch frei geblieben. und den haben wir uns geschnappt: mit picknickdecke, wein und bier direkt aufs elefantenklo. ein idealer platz um den wunderbaren klängen zu lauschen und die festgäste zu begutachten.
das waren dann wohl die letzten touren für diesen schuh: einmal dolomiten, einmal zillertal. beides sehr schön. macht zusammen 103 km in der horizontalen und fast 8000 m in der höhe. ich bedanke mich bei den freundlichen und tapferen mitwanderern!
was zeigt die abgebildete zeichnung?
a) zwei personen, die bei sonnenschein ein eis essen, so wie wir es heute mittag auf unserer fahrradtour getan haben.
b) die rückwärtige ansicht eines älteren herren, der sich unverfroren am rande des weges die hose zum kacken runtergezogen hat, so wie wir es heute mittag auf unserer fahrradtour sehen mussten.
c) beides
ich bin immer noch schockiert.
schon oft habe ich verwundert bis genervt den zunehmenden gebrauch von rollkoffern festgestellt. ich war sogar fest überzeugt, dass ich mich bereits hier an dieser stelle über junge studentInnen echauffiert hatte, die ab mittwochnachmittag auf der liebigstraße richtung bahnhof rumpeln, um wieder heim zu mama zu fahren.
rollkoffer sind ruhestörung, rollkoffer bleiben an jeder treppe stehen und ich laufe dagegen, rollkoffer haben den eisenbahnwaggongang gepachtet. ich bin kein rollkoffer, ich bin rucksack. ich bin verwegen und beweglich, ich haue den mitreisenden höchstens meine isomatte ins gesicht. sei es drum, auch ich habe einen rollkoffer, denn wenn rucksäcke fliegen müssen, geht meistens was schief. das lass ich als ausnahme gelten. wenn man ein gewisses alter erreicht hat, isses auch okay.