neues gotteslob

wenn ich in der kirche einen blick ins gesangbuch werfe, wundere ich mich doch oft über die  vielen aus der zeit gefallenen lieder und texte. und damit meine ich nicht mal unbedingt die alten hymnischen „klassiker“ oder psalmen, vielmehr die ganzen süßlich-frömmelden, romantisch-verklärten marienschnulzen, aber auch viele beflissene neukompositionen von anfang der 1970er, die sich nie wirklich in den gemeinden etabliert haben.

daher habe ich gespannt zur kenntnis genommen, dass demnächst die einführung des neuen gotteslobes ansteht. noch wird viel geheimniskrämerei darum betrieben, die genauen inhalte konnte ich noch nicht herausfinden. eine rezension der faz fällt aber schon mal nicht schlecht aus. es soll wohl  gut auf die derzeitige situation von kirche in deutschland eingehen und eine ausgewogene auswahl von liedern aus unterschiedlichen epochen bieten.

allerdings hätte ich ein wirklich gemeinsames buch ohne spezielle bistumsteile besser gefunden. es wäre doch praktisch, wenn man sein eigenes buch in eine jede kirche des deutschsprachigen gebiets mitnehmen könnte (zum beispiel teilen ganze drei bistümer das stadtgebiet von frankfurt unter sich auf). ich habe nie verstanden wieso ein regionalteil ansonsten gleiche lieder mit unterschiedlicher notation enthalten muss oder wieso man nicht das eine lied über den bistumspatron auf nen zettel drucken könnte, so selten wie es gesungen wird. sei’s drum.

lassen wir uns also mal überraschen. ein gutes gebet- und gesangbuch allein reißt natürlich nichts mehr raus, wenn nur noch verkorkste, uralte männer ihre fragwürdigen thesen am ambo verkündigen. aber das ist ein leidiges thema für sich.

zu guter letzt: ich habe bisher nur widersprüchliche angaben gefunden, ob das knapp 1300 seiten starke buch auch mehr als 1000 nummern aufweist. wenn ja, ist das jetzt die chance ein ordentliches geschäft mit 4-stelligen anzeigetafeln zu machen…

2 Gedanken zu „neues gotteslob

  1. Eben genau wegen der „Umrüstproblematik“ wird ganz sicher auf die 1000er-Sprengung verzichtet 😀
    Der Abschnitt des Mainzer Regionalteils, welcher mir bisher bekannt ist, reißt mich leider gar nicht vom Hocker. Gerade die moderneren Sätze stellen mich vor die Frage, ob Singbarkeit ein Auswahlkriterium war, oder ob in manchen Fällen „die musiktheoretische Korrektheit“ schon ausreichte.
    Immerhin schaffen es einige Taizé-Choräle hinein (neben anderen Stückchen, die der geneigte Organist sicher komödiantisch aufs Korn nehmen wird, z.B. durch Überphrasierung durchaus vorhandener Marschrhythmen)

  2. Hm, ich bin noch skeptisch…

    Bekannte aus einer Test-Gemeinde hier im Bistum Hi sagten, es seien eher die Lieder aus dem alten GL verschwunden, die vielleicht noch nett zu behalten gewesen wären und dafür viele behalten worden, die besser rausgeflogen wären und neue in dem Stil dazugekommen…

    Aber das ist auch nur Hörensagen, ich lass mich mal überraschen…

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