kulturdenkmal

durch die beschäftigung mit den städtebaulichen verfehlungen in gießen bin ich auf die seite des landesamtes für denkmalpflege geraten und habe dabei herausgefunden, dass ich im crednerhaus, einem heim für unbemittelte professoren wohne. die beschreibung hört sich ja äußerst nett an. ob es die “künstlerischen und städtebauliche gründe” auch rechtfertigen, das es hier überall durch die ritzen zieht?

die amtliche gebäude-datenbank ist aber toll, man kann viel über den crednerkiez und den rest der stadt lernen!

deun bröll vegess neet!

ich ho mir en nâie bröll kaaft.

hä?

ich habe mir eine neue brille gekauft.

also eigentlich: ich habe ein neuen brill gekauft. denn in den deutschen dialekten kommt es manchmal zu abweichenden genuszuordnungen. so auch in meinem heimatdialekt, dem “paffehäiser platt”, ein ostfränkisch-hessisches mischmasch, das in der abgeschiedenheit des spessart seine eigenheiten entwickelt hat. das wörterbuch von 2009 betont, dass hier der bach weiblich ist (“die bôôch”) und die brille eben männlich (“de bröll”). doch so ungewöhnlich und lokal begrenzt ist das phänomen nicht. “die bach” habe ich auch schon anderswo gehört, womöglich ist es ganz normal, wenn ein gewässer mit femininem namen durchs tal fließt (wie z.b. die jossa). bei der brille wird ebenfalls von maskulinen zuordnungen in anderen sprachräumen berichtet. die begründung ist leicht nachvollziehbar: das wort brille stammt vom kristall beryll ab, welcher geschliffen als sehhilfe verwendung fand. durch pluralbildung (der mensch ist meist zweiäugig) hat sich dann mit der zeit das weibliche genus durchgesetzt. die genusverschiebung betrifft aber noch viele andere begriffe und eine genaue lokale abgrenzung scheint oft schwierig.

um es abschließend noch ein wenig komplizierter zu machen ist “de bröll” im paffehäiser platt nicht nur die bezeichnung für den gegenstand, sondern auch eine ortsbezeichnung. ein brühl ist ein (trockengelegter) sumpfiger ort, den es auch oft anderswo gibt. zudem befinden wir uns auch in etwa auf einer grenzlinie hinter der man eine “brille anzieht“, wobei ich doch zum allgemeinen “aufsetzen” tendiere.

dôs is gôr entresônnt, wôs mer hâitzudôch alles rausfenne kônn!

haben!

wenn mich leute fragen  was ich mir denn zum geburtstag / zu weihnachten / zu einem nicht näher bestimmten ereignis wünsche, dann fällt mir selten spontan was ein. dabei gibt es durchaus gegenstände, die das leben zwar nicht sinnvoller, aber angenehmer machen. ich habe also für all diejenigen, die mir gutes tun wollen, einen wunschzettel angelegt. dann lass ich mich mal überraschen…

ps. ich hab übrigens ende april geburtstag. nur so…

hibiscus auf jameica

heute habe ich wieder mal eine software-empfehlung, so wie man sie sich wünscht: funktional, open source, kostenlos, und – da muss ich halt immer drauf achten- plattformunabhängig.

ich habe nach einer lösung gesucht, wie ich meine konten von einer einzelnen banking-anwendung aus überblicken kann. dabei bin ich auf hibiscus gestoßen, eine das hbci-protokoll nutzende anwendung, die innerhalb der laufzeit-umgebung jameica läuft. damit kann ich nun zentral sämliche buchungen verfolgen, kann überweisungen ausführen oder kann die einzelnen posten kategorien zuordnen. auf diese weise kann ich eine art haushaltsbuch führen und sehen, für welchen schrott ich das meiste geld ausgebe.

nur mein depot erkennt das ding nicht, aber das ist vielleicht auch besser so. spart kummer und sorgen. hätte wohl besser in gemüsefond investieren sollen…

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