Helau, Alaaf und Recht und Freiheit

Sonntagmorgen.

Im Küchenradio läuft der Deutschlandfunk mit seiner staatstragenden Sendereihe „Denk ich an Deutschland„.

Zum Abschluss des Beitrags erklingen die letzten Takte des „Lieds der Deutschen“ als betulich-geruhsame Violin-Interpretation.

Das Kind fragt: „Papa, ist heute Fasching?“

„Wieso?“

„Weil da so komische Musik im Radio kommt.“

Kinderbuchregal

War innerhalb weniger Minuten gesägt und zusammengeschraubt. Dann jedoch einige Stunden gebraucht im Kampf gegen die marode Bausubstanz, die sich dem üblichen Setzen von Dübeln durch großflächiges Ausbrechen des sandigen Putzes widersetzt und sich schlussendlich nur durch Einkleben der Dübel mit Gips bezwingen lässt.

Kinderkacke

Ich mag das Internet. Das Internet hat mir schon oft geholfen, mich beraten, mich Wissen gelehrt. Es versagt jedoch auf klägliche Weise bei der Beratung junger Eltern, die sich um Gesundheit, Ernährung oder Entwicklung ihres Nachwuches sorgen. Denn das Netz beheimatet leider auch die grenzdebile Distribution von Halbwissen in Form von Mamiforen.

Es ist echt übel. Du möchtest zum Beispiel etwas Unverfängliches nachschauen, willst darüber zwar kein wissenschaftliches Paper lesen, aber zumindest einen fundierten, redigierten Text. Bei manchen Suchbegriffen bekommst du jedoch ausschließlich Foren abgeboten. Du klickst dennoch drauf und sinkst prompt in tiefen Fremdscham. Diese Nicknames, diese Avatare, diese Kosenamen, infantile Sprache, gegenseitige Panikmache…

Oh Mann! Leute, geht raus an die frische Luft, spielt mit euren Kindern und guckt auch mal hinter den Gartenzaun eures Familienlebens! Und wenn es wirklich Probleme gibt, dann geht verdammt nochmal zum Arzt!

PS. Ein Hoffnungsschimmer: die Seite Kindergesundheit-Info der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

PPS. Die ganze Scheiße geht übrigens bereits bei der Schwangerschaft los. Lest. Keine. Foren!